Ertrinkungsunfälle in Deutschland: Warum junge Männer besonders gefährdet sind
Rekordzahl an Ertrinkungsunfällen
Im Juni 2026 sind in Deutschland mindestens 99 Menschen ertrunken – so viele wie seit 23 Jahren nicht mehr. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zeigt sich besorgt. Besonders alarmierend: Über 90 Prozent der Opfer waren Männer, die meisten unter 30 Jahren. DLRG-Präsidentin Ute Vogt erklärt: "Männer gehen oft zu hohe Risiken ein und unterschätzen Gefahren."
Psychologische Faktoren: Selbstüberschätzung und Risikobereitschaft
Der Psychologe Florian Stoeck sieht in der Selbstüberschätzung vieler Männer eine Hauptursache. "Männer schätzen ihre körperlichen Fähigkeiten häufig optimistischer ein", sagt er. Doch nicht nur das: Männer schwimmen öfter allein und gehen höhere Risiken ein. Alkohol- und Drogenkonsum spielen ebenfalls eine Rolle. Stoeck betont: "Es gibt nicht nur einen Grund, sondern mehrere Faktoren."
Gefährliche Gewässer: Seen und Flüsse im Fokus
Die meisten tödlichen Unfälle passierten in Seen (55 Fälle), gefolgt von Flüssen (21 Fälle). Strömungen, plötzliche Temperaturunterschiede und unbewachte Badestellen erhöhen das Risiko. Die DLRG warnt vor Sprüngen in trübe Gewässer und medizinischen Notfällen wie Kreislaufproblemen. Besonders betroffen sind die bevölkerungsreichen Bundesländer Nordrhein-Westfalen (22 Tote) und Bayern (21 Tote).
Präventionsmaßnahmen: Wie kann man Unfälle vermeiden?
Die DLRG gibt klare Empfehlungen: Badende sollten nur an bewachten Stellen ins Wasser gehen, sich vor dem Baden abkühlen und nie überhitzt springen. Alkohol und Drogen sind tabu. Kinder müssen immer beaufsichtigt werden. Beim Wassersport wie Paddeln oder Bootfahren sollte eine Schwimmweste getragen werden. Die DLRG appelliert: "Schätzt eure Grenzen realistisch ein und passt aufeinander auf."