Konflikt um redaktionelle Freiheit: Pentagon entlässt Führung von "Stars and Stripes"
Tradition der Unabhängigkeit
Die Zeitung "Stars and Stripes" existiert seit 1861 und richtet sich an US-Soldaten. Sie wird vom Verteidigungsministerium finanziert, arbeitet aber traditionell unabhängig. Die europäische Redaktion sitzt in Kaiserslautern, Deutschland. Die Zeitung erreicht bis zu 1,4 Millionen Leser.
Entlassungen und Vorwürfe
Das Pentagon hat den Chefredakteur Erik Slavin, den Herausgeber Max D. Lederer Jr. und die Nahost-Korrespondentin Lara Korte entlassen. Als Grund wurde "fehlender Gehorsam" genannt. Slavin und Korte vermuten jedoch, dass ihre Entlassungen mit ihrer Forderung nach redaktioneller Unabhängigkeit zusammenhängen. Slavin hatte in einem Interview gesagt, dass die Zeitung keine PR für das Pentagon machen könne.
Politische Spannungen
Die Entlassungen fallen in eine Phase wachsender Spannungen zwischen dem Pentagon und den Medien. Das Verteidigungsministerium unter Pete Hegseth möchte die Berichterstattung von "woke" Themen wegführen. Zudem hatte das Pentagon im vergangenen Jahr neue Regeln für Journalisten eingeführt, die von vielen Medien abgelehnt wurden.
Kritik und Reaktionen
Der Herausgeber Lederer hatte bereits seinen Rückzug angekündigt, weil seine Führungsphilosophie nicht mit den Plänen des Pentagons übereinstimmte. Die Entlassungen lösten Kritik aus, insbesondere bei demokratischen Kongressmitgliedern. Sie sehen darin einen Angriff auf die redaktionelle Unabhängigkeit der Zeitung.
Aktueller Anlass
Kurz vor den Entlassungen hatte "Stars and Stripes" über Probleme auf dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" berichtet. Die Zeitung thematisierte Lebensmittelknappheit, psychische Belastungen und Suizidgedanken unter den Besatzungsmitgliedern. Das Pentagon hat jedoch keinen direkten Zusammenhang zwischen diesem Bericht und den Entlassungen bestätigt.