Mikroplastik verändert möglicherweise die Farbe des Ozeans
Bild: Jake Bowley, Craig Baker-Austin, Adam Porter, Rachel Hartnell and Ceri Lewis ArcGIS version 10.6.1 · Quelle · CC BY-SA 4.0
Wissenschaft Technik

Mikroplastik verändert möglicherweise die Farbe des Ozeans

Beobachtungen aus dem All

Im Nordpazifik zwischen Kalifornien und Hawaii liegt der Great Pacific Garbage Patch. Dort sammeln sich durch Meeresströmungen etwa 80.000 Tonnen Kunststoff über eine Fläche von 1,6 Millionen Quadratkilometern. Zwischen 2002 und 2022 registrierten drei unabhängige Satellitendatensätze eine allmähliche Aufhellung des Meerwassers in diesem Gebiet. Die Menge des reflektierten blauen Lichts stieg um ungefähr zehn Prozent, die des grünen Lichts um zwei bis vier Prozent. Obwohl die Datensätze bei der Stärke des Signals nicht vollständig übereinstimmten, zeigten alle eine Zunahme in beiden Farbbereichen. Die Forscher vermuten, dass besonders kleine Kunststoffteilchen, das sogenannte Mikroplastik, für die Veränderung verantwortlich sein könnten. Diese Teilchen sind so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind.

Modellrechnungen deuten auf Plastik hin

Forscher um Shea Ann Cheatham von der Universität Bergen in Norwegen werteten die Daten aus. Sie verglichen die Satellitenbeobachtungen mit komplexen Modellrechnungen. Diese simulierten sowohl natürliche Veränderungen durch Algen und Schwebstoffe als auch die optischen Effekte von Mikroplastik auf die Lichtreflexion. Das Ergebnis war eindeutig: Die beobachtete gemeinsame Aufhellung im blauen und grünen Spektrum war mehr als viermal so wahrscheinlich, wenn die Berechnungen Mikroplastik einbezogen. Frühere Labormessungen an verschiedenen Kunststoffen hatten gezeigt, dass kleine Partikel besonders viel Licht im blauen Wellenlängenbereich zurückstreuen und vergleichsweise wenig absorbieren. In diesen Versuchen fiel die starke Reflexion besonders im blauen Bereich auf.

Grenzen der Satellitentechnik

Dennoch liefern die aktuellen Satellitenmessungen noch keinen direkten Nachweis für Mikroplastik im Meer. Sie erfassen lediglich ein verändertes Lichtsignal und können keine einzelnen Partikel identifizieren. Auch natürliche Faktoren wie Algenblüten, Schwankungen bei Schwebstoffen oder andere Bestandteile des Meerwassers können dessen Farbe beeinflussen. Daher bleibt die beobachtete Aufhellung vorerst nur ein möglicher Fingerabdruck der Plastikbelastung, aber kein Beweis für eine zunehmende Mikroplastikmenge. Um eine echte Ursache-Wirkungs-Beziehung nachzuweisen, müssten die Farbveränderungen mit unabhängigen In-situ-Messungen der Partikelkonzentration im Wasser abgeglichen werden. Andere Methoden, wie die von der NASA beschriebene Analyse der Meeresoberflächenrauigkeit anhand reflektierter Funksignale, nutzen bereits heute indirekte Hinweise auf schwimmende Kunststoffreste.

Dieser Text greift Themen und Fakten aus einer Quelle auf und gibt sie in eigenen Worten wieder, angepasst an Sprachniveau B2.

Lizenz des Textes und des Quiz: CC BY-NC 4.0

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Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Wo liegt der Great Pacific Garbage Patch?
  2. 2. Wie viel Plastik befindet sich dort ungefähr?
  3. 3. Um wie viel stieg das blaue Licht?
  4. 4. Was zeigten die Modellrechnungen?
  5. 5. Was können Satelliten nicht direkt sehen?
  6. 6. Was brauchen die Forscher für einen Beweis?
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