Schufa: Transparenzversprechen oder leere Worte?
Die Rolle der Schufa
Die Schufa ist die größte Auskunftei in Deutschland. Sie sammelt Daten von über 68 Millionen Menschen und bewertet deren Kreditwürdigkeit. Diese Bewertungen sind entscheidend, wenn es um Verträge wie Handyverträge, Kredite oder Immobilienkäufe geht. Viele Menschen vertrauen auf die Schufa, auch wenn ihre Methoden oft kritisiert wurden.
Das Versprechen der Transparenz
Im März stellte die Schufa einen neuen Score vor. Sie versprach, dass dieser Score transparent und verständlich sein würde. Statt vieler verschiedener Bewertungen sollte es nur noch einen geben. Verbraucherschutzministerin Stefanie Hubig lobte die Schufa für mehr Transparenz. Viele sahen darin einen Meilenstein.
Neue Scores und geheime Bewertungen
Doch Recherchen von NDR und SZ zeigen ein anderes Bild. Die Schufa hat heimlich weitere Scores entwickelt, die nicht öffentlich erklärt werden. Ein Beispiel ist der Hypotheken-Score für Hauskäufer. Dieser Score wird bereits genutzt, aber die Schufa erklärt ihn erst, wenn er „relevant für Verbraucher“ ist. Experten wie Claudio Zeitz-Brandmeyer vom Verbraucherzentrale Bundesverband kritisieren, dass Verbraucher nicht wissen, wie sie bewertet werden.
Zusätzliche Daten und Geschäftsmodelle
Neben dem neuen Score bietet die Schufa ihren Kunden zusätzliche Daten an. Banken und Versicherungen können aus 40 Kriterien wählen, um die Zahlungsfähigkeit von Verbrauchern selbst zu berechnen. Diese Daten sind nicht im offiziellen Score enthalten. Verbraucher erfahren nicht, wie ihre Bewertung zustande kommt. Die Schufa sagt, nur wenige Großkunden nutzen dieses Angebot. Doch die Übergangsphase bis 2028 lässt Zweifel an der Transparenz aufkommen.