Suwaida: Zwischen Autonomie und Zentralregierung
Die aktuelle Situation in Suwaida
Die Provinz Suwaida im Süden Syriens ist mehrheitlich von Drusen bewohnt. Die Drusen sind eine religiöse Minderheit, die etwa drei Prozent der syrischen Bevölkerung ausmacht. Seit über einem Jahr hat die syrische Zentralregierung kaum noch Kontrolle über Suwaida. Drusische Milizen verhindern den Zugang von Regierungstruppen. Dennoch bleibt die Provinz wirtschaftlich von Damaskus abhängig, da sie Gehälter, Renten und öffentliche Leistungen von dort bezieht.
Der Bruch mit der Zentralregierung
Im Juli des letzten Jahres eskalierte die Gewalt in Suwaida. Kämpfe zwischen Drusen und Beduinen führten zu über 1700 Todesopfern. Regierungstruppen griffen ein, doch viele Drusen werfen ihnen vor, ihre Gemeinden angegriffen zu haben. Seitdem ist das Vertrauen in die Zentralregierung schwer erschüttert. Viele Drusen fragen sich, ob eine halbautonome Lösung für sie besser wäre. Eine Aktivistin aus Suwaida betont, dass die Regierung zunächst für die Massaker zur Rechenschaft gezogen werden müsse.
Externe Akteure und ihre Rolle
Die Zukunft Suwaidas hängt stark von externen Akteuren ab. Besonders Israel und die USA spielen eine wichtige Rolle. Israel hat enge Verbindungen zur drusischen Gemeinschaft und unterstützt den drusischen Geistlichen Hikmat al-Hidschri. Al-Hidschri spricht von gemeinsamen Interessen zwischen den Drusen und Israel. Einige Beobachter glauben, dass Israel die Lage in Suwaida als Druckmittel in Verhandlungen mit Syrien nutzt. Die USA setzen sich hingegen für ein geeintes Syrien ein.
Mögliche Lösungen
Die syrische Regierung verfolgt eine Strategie der Geduld. Sie hofft, dass wirtschaftliche Verbesserungen in anderen Landesteilen und die Schwierigkeiten der drusischen Milizen dazu führen, dass Suwaida sich wieder der Zentralregierung anschließt. Experten wie Omer Ozkizilcik vom Atlantic Council glauben jedoch, dass die eigentliche Entscheidung über Suwaida von Israel getroffen wird. Ein mögliches Sicherheitsabkommen zwischen Syrien und Israel könnte auch eine politische Lösung für Suwaida bringen.