Warum die menschliche Lebensspanne begrenzt ist
Die Grenzen des menschlichen Lebens
Menschen werden nicht unendlich alt. Die Französin Jeanne Calment hält den Rekord mit 122 Jahren. Doch selbst wenn alle Krankheiten geheilt werden könnten, gäbe es biologische Grenzen. Eine Studie des Skolkovo Institute of Science and Technology in Moskau zeigt: Zufällige Fehler in den Zellen begrenzen die Lebensdauer auf etwa 150 bis 200 Jahre.
Somatische Mutationen als Hauptgrund
Die Forscher untersuchten somatische Mutationen. Das sind Fehler in der DNA, die im Laufe des Lebens entstehen. Sie können durch Zellteilung oder äußere Einflüsse wie UV-Strahlung verursacht werden. Besonders betroffen sind Organe wie das Gehirn und das Herz. Diese Organe bestehen aus Zellen, die sich nicht oder nur selten teilen. Kaputte Zellen können nicht ersetzt werden. Die Leber hingegen kann sich gut regenerieren und könnte theoretisch Tausende von Jahren funktionieren.
Theoretische Berechnungen
Die Wissenschaftler erstellten ein mathematisches Modell. In einer fiktiven Welt ohne Alterung, aber mit normalen Risiken wie Unfällen, ergab sich eine durchschnittliche Lebensdauer von 1759 Jahren. Als sie somatische Mutationen einbezogen, sank die Lebensdauer auf etwa 156 Jahre. Besonders das Gehirn und das Herz setzten die Grenze. Die Leber und die Lunge blieben auch nach Tausenden von Jahren funktionsfähig.
Warum Tiere länger leben
Einige Tiere leben viel länger als Menschen. Grönlandhaie werden über 400 Jahre alt, und Tiefseeschwämme existieren seit der Zeit der römischen Kaiser. Die Studie zeigt: Die Lebensdauer von Menschen ist durch biologische Prozesse begrenzt. Selbst ohne Krankheiten gäbe es eine natürliche Obergrenze.
Kritik an der Studie
Die Studie hat Grenzen. Sie berücksichtigt nur vier Organsysteme und lässt andere Alterungsprozesse wie Telomerverkürzung außer Acht. Die Autoren betonen, dass ihre Ergebnisse eine obere Grenze darstellen, aber keine realistische Prognose. Dennoch gibt sie wichtige Hinweise auf die biologischen Grenzen des menschlichen Lebens.