Amazon verfehlt Erwartungen trotz AWS-Boom
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Wirtschaft Technik

Amazon verfehlt Erwartungen trotz AWS-Boom

Geringeres Wachstum als erwartet

Amazon hat im dritten Quartal den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um zwölf Prozent auf 201,9 Milliarden Dollar erhöht. Dennoch enttäuschte das Unternehmen die Erwartungen der Analysten, die mit einem stärkeren Wachstum gerechnet hatten. Der Grund lag im vorgezogenen Prime Day: Wegen der FIFA-Fußballweltmeisterschaft im Juli fand dieser in den meisten Ländern bereits im zweiten Quartal statt. Dadurch fiel das Wachstum im dritten Quartal niedriger aus. Der Online-Handel wuchs nur um zwei Prozent auf 68,5 Milliarden Dollar, obwohl Analysten 69,7 Milliarden Dollar erwartet hatten. Auch die Werbeeinnahmen stiegen mit elf Prozent auf 19,6 Milliarden Dollar weniger als erhofft, da die Börse 20,8 Milliarden Dollar prognostiziert hatte.

Cloud-Sparte AWS als Wachstumstreiber

Die Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) zeigte dagegen eine beeindruckende Entwicklung. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 39 Prozent auf 46 Milliarden Dollar. Der Betriebsgewinn erhöhte sich sogar um 56 Prozent auf 17,8 Milliarden Dollar. Damit trieb AWS das Wachstum des gesamten Konzerns maßgeblich an, während die anderen Segmente schwächer abschnitten. In Nordamerika stieg der Umsatz lediglich um sechs Prozent, international sogar nur um fünf Prozent. Der internationale Betriebsgewinn stieg um 33 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar. Der Konzernbetriebsgewinn stieg insgesamt um 61,5 Prozent auf 28,1 Milliarden Dollar.

Massive KI-Investitionen drücken auf den Cashflow

Trotz der guten Gewinne investiert Amazon derzeit massiv in Künstliche Intelligenz und die dafür nötige Cloud-Infrastruktur. Allein in den letzten zwölf Monaten gab das Unternehmen 94,8 Milliarden Dollar mehr für Sachanlagen wie Immobilien und Ausrüstung aus als im Vorjahr. Dadurch fiel der freie Cashflow auf minus 42,4 Milliarden Dollar, nachdem er bereits im Vorquartal auf minus 7,6 Milliarden Dollar gesunken war. Der Nettogewinn sank von 21,2 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal auf 20,7 Milliarden Dollar. Diesen Rückgang begründet Amazon mit im Vorjahr gebuchten Steuergewinnen aus Investitionen in die KI-Firma Anthropic. Für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen Umsätze zwischen 240 und 247 Milliarden Dollar. Dennoch gab der Aktienkurs im nachbörslichen Handel um rund acht Prozent nach.

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