Ein planetarer Sonnenschirm gegen die Erderwärmung
Bild: Chelsea Thompson, NOAA/CIRES · Quelle · Public domain
Wissenschaft Technik

Ein planetarer Sonnenschirm gegen die Erderwärmung

Die Idee und der Bericht

Im August 2026 schlug Elon Musk in einem Social-Media-Beitrag vor, die Erde mit Satelliten zu kühlen. Die Satelliten sollten den Planeten im Weltall vor der Sonne abschirmen und das Problem der Erderwärmung für etwa eine Milliarde Jahre lösen. Ob der Chef von SpaceX den Vorschlag ernst meinte, ist unklar. Das gemeinnützige Planetary Sunshade Institute veröffentlichte im Oktober 2026 einen Bericht, der unter Fachleuten als bisher umfassendste Analyse solcher Geoengineering-Methoden gilt. Die Studie fasst Untersuchungen eines Konsortiums aus Ingenieur- und Klimawissenschaften zusammen und wurde mit umgerechnet 480 000 Euro durch die britische Advanced Research and Invention Agency gefördert. Diese Förderung ist Teil eines größeren ARIA-Programms mit einem Volumen von 68 Millionen Euro. Dem Bericht zufolge könnte es in 20 bis 40 Jahren möglich sein, mit dem Bau eines planetaren Sonnenschirms zu beginnen. Daniele Visioni von der Cornell University hielt die satellitengestützte Beschattung lange für Science-Fiction. Doch nach einem Workshop Anfang 2026 kam er zu dem Schluss, dass sich die Technologie lohnen könnte. Realistisch umsetzbar sei sie vor Ende des Jahrhunderts allerdings nicht.

Technische Konzepte für den Sonnenschirm

Der Bericht untersucht sechs mögliche Architekturen für den riesigen Sonnenschirm im All. Die Abschirmung wäre groß genug, um etwa ein Prozent der Sonnenstrahlung abzuhalten. Klimamodellen zufolge könnte das die globale Temperatur um rund ein Grad senken. Optimal wäre ein Standort etwa zwei Millionen Kilometer von der Erde entfernt, wo man mit wenig Material den besten Effekt erzielt. Zwei Hauptkonzepte stehen im Mittelpunkt: eine Konstellation von Satelliten oder sogenannten Heliogyros sowie eine riesige Wolke aus Staub. Die Heliogyros hätten einen Durchmesser von jeweils 40 Kilometern und hauchdünne, reflektierende Flügel. Für eine Abkühlung um ein Grad wären etwa 5000 dieser Satelliten nötig. Zusammen würden sie einen Sonnenschirm aus fast 70 Millionen Tonnen Material bilden, was 1500-mal der Masse aller bisher ins All gestarteten Objekte entspricht. Die Komponenten müssten von der Erde ins All transportiert und dort mit Materialien vom Mond zusammengesetzt werden.

Risiken, Kritik und Kosten

Solares Geoengineering ist seit Langem umstritten. Für die Umsetzung kursieren verschiedene Vorschläge mit unterschiedlichen Risiken. Weltraumbasierte Ansätze bergen die Gefahr der Umweltbelastung durch Tausende von Raketenstarts. Kritiker warnen zudem, dass Geoengineering vom dringend nötigen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen ablenkt. Morgan Goodwin, Geschäftsführer des Planetary Sunshade Institute, sagt: Die Klimakrise beschleunigt sich und treibt die Welt in Richtung dieser Technologie. Eine weitere Variante sieht eine reflektierende Staubwolke an einem Ort zwischen Sonne und Erde vor. Eine Flotte von Hirtenraumschiffen könnte die Wolke stabilisieren. Diese Methode würde hundertmal weniger Masse benötigen, stuft der Bericht sie aber als spekulativer ein. Die Kosten für solche Sonnenschirme lassen sich derzeit nicht zuverlässig abschätzen. Chantal Cappelletti schätzt die Kosten auf mehrere zehn Billionen Dollar.

Dieser Text greift Themen und Fakten aus einer Quelle auf und gibt sie in eigenen Worten wieder, angepasst an Sprachniveau B2.

Lizenz des Textes und des Quiz: CC BY-NC 4.0

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  1. 1. Wer schlug die Idee im August 2026 vor?
  2. 2. Um wie viel Grad könnte die Temperatur sinken?
  3. 3. Wo forscht Daniele Visioni?
  4. 4. Wie viele Heliogyros wären nötig?
  5. 5. Was schätzt Cappelletti über die Kosten?
  6. 6. Was sagt Morgan Goodwin über die Klimakrise?
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