Warum LDL-Cholesterin das Herz bedroht
Cholesterin und seine Transportwege
Cholesterin ist ein lebensnotwendiges Lipid, das in jeder Zelle des Körpers vorkommt und als Baustein für Hormone dient. Der Großteil des Cholesterins wird von der Leber produziert, nur ein kleiner Teil stammt aus der Nahrung. Da Cholesterin nicht wasserlöslich ist, muss es im Blut in speziellen Lipoprotein-Paketen transportiert werden. Das low-density lipoprotein (LDL) transportiert das Cholesterin von der Leber zu den Zellen. Dort bindet das Apolipoprotein B-100 an den LDL-Rezeptor und ermöglicht die Aufnahme. Umgangssprachlich wird LDL daher als schlechtes Cholesterin bezeichnet. Das high-density lipoprotein (HDL) hingegen transportiert überschüssiges Cholesterin zurück zur Leber, wo es abgebaut wird, weshalb es als gutes Cholesterin gilt.
Wenn zu viel LDL im Blut ist
Liegt jedoch zu viel LDL-Cholesterin im Blut vor, können die Zellen nicht alles aufnehmen. Das überschüssige LDL lagert sich dann in den Arterienwänden ab und bildet dort Plaques. Ohne LDL-Cholesterin kann keine Plaque entstehen. Dadurch verengen sich die Gefäße und verlieren ihre Elastizität, was eine Arteriosklerose verursacht. Dies kann zu einer koronaren Herzkrankheit führen, bei der das Herz nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Die Folgen können Brustenge, Angina pectoris oder ein Herzinfarkt sein. Experten betonen, dass ein hoher LDL-Wert auch ohne weitere Risikofaktoren allein ausreichen kann, um diese gefährlichen Veränderungen zu verursachen.
Genetische Ursachen und Therapien
Bei manchen Menschen sind die LDL-Werte genetisch bedingt extrem hoch. Die familiäre Hypercholesterämie (FH) wird durch Mutationen im Gen des LDL-Rezeptors, des Apolipoproteins B-100 oder des Enzyms PCSK9 verursacht. In Deutschland sind schätzungsweise 170000 bis 300000 Menschen von der heterozygoten Form betroffen, wobei die LDL-Werte über 190 mg/dl liegen. Viele wissen nicht von ihrer Erkrankung, bis sie einen Herzinfarkt erleiden. Zur Behandlung werden Statine eingesetzt, die die Cholesterinproduktion in der Leber hemmen und die Anzahl der LDL-Rezeptoren erhöhen. Zusätzlich können Wirkstoffe wie Ezetimib oder PCSK9-Inhibitoren verwendet werden. Das Ziel ist ein LDL-Wert unter 70 mg/dl bei hohem Risiko oder unter 55 mg/dl bei sehr hohem Risiko.