Autonome Fahrzeuge: Waymo bringt Robotaxis nach Deutschland
Autonome Fahrzeuge in deutschen Städten
In Berlin sind bereits fünf autonome Elektrokleinbusse unterwegs. Die Fahrgäste bestellen die Busse per Smartphone. Die Busse haben keine festen Routen, sondern sammeln Fahrgäste ein, die ähnliche Ziele haben. Sie nutzen Kameras, Lidar- und Radarsensoren sowie GPS, um sich im Verkehr zu orientieren. Zur Sicherheit ist noch ein Mensch an Bord, der aber nur im Notfall eingreift. Ab 2027 sollen mehr dieser Fahrzeuge in den öffentlichen Nahverkehr integriert werden. Ähnliche Projekte gibt es auch in Hamburg, Darmstadt und im Landkreis Offenbach.
Waymo: Ein neuer Player auf dem deutschen Markt
Waymo, ein Unternehmen der Google-Muttergesellschaft Alphabet, ist der weltweit größte Anbieter von Robotaxis. In 14 amerikanischen Städten befördert Waymo bereits Hunderttausende Menschen pro Woche. Jetzt plant das Unternehmen, auch in Deutschland Fuß zu fassen. Sobald die Zulassung erteilt ist, sollen die ersten Fahrzeuge in München starten. Zunächst sitzen noch Testfahrer in den Autos, um das Straßennetz zu kartieren und die Technik anzupassen. Ab Ende 2027 sollen die Fahrzeuge dann für Fahrten gebucht werden können.
Ridehailing vs. Ridepooling: Zwei Konzepte im Vergleich
Während in Deutschland bisher vor allem das Ridepooling-Prinzip erprobt wird, setzt Waymo auf Ridehailing. Beim Ridepooling werden mehrere Fahrgäste mit ähnlichen Zielen in einem Fahrzeug befördert. Ridehailing hingegen bedeutet, dass ein Fahrgast allein abgeholt und zu seinem individuellen Ziel gebracht wird. Experten sind sich uneinig, ob sich die beiden Konzepte ergänzen oder gegenseitig Konkurrenz machen. Unklar ist auch, wie sich die autonomen Fahrzeuge auf den Verkehr in den Städten auswirken werden.
Chancen und Herausforderungen
Martin Kagerbauer vom Karlsruher Institut für Technologie sieht sowohl Chancen als auch Risiken. Positiv könnte sich auswirken, dass autonome Fahrzeuge Leerfahrten vermeiden und mehrere Personen befördern. Allerdings bestehe die Gefahr, dass Fahrgäste den öffentlichen Nahverkehr weniger nutzen, wenn Ridehailing günstig und bequem ist. Kai Nagel von der Technischen Universität Berlin warnt zudem davor, dass der Verkehr in den Städten zunehmen könnte, wenn zu viele autonome Fahrzeuge unterwegs sind. Besonders in Ballungsräumen könnte der Platz auf den Straßen knapp werden. Beide Experten betonen, dass eine gute Integration in das bestehende Verkehrssystem entscheidend ist.