Prag: Eine Metropole zwischen Geschichte und Moderne
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Ausland Kultur

Prag: Eine Metropole zwischen Geschichte und Moderne

Die Karlsbrücke: Ein gotisches Meisterwerk über der Moldau

Die über 500 Meter lange Karlsbrücke, auf Tschechisch „Karlův most“, verbindet seit ihrer Errichtung im Jahr 1357 durch Kaiser Karl IV. die Prager Altstadt mit der Kleinseite über die Moldau. In der mehr als 1.000-jährigen Geschichte der Stadt zogen über diese Brücke bereits Monarchen, Soldaten und Studierende, während heute bis zu zehn Millionen Touristen jährlich das gotische Bauwerk mit seinen Dutzenden Statuen und Reliefs überqueren. Namensgebend war Kaiser Karl IV., dessen Denkmal auf dem angrenzenden Kreuzherrenplatz 1848 enthüllt wurde. Die wichtigste Statue auf der Brücke ist das Abbild des Schutzpatrons Nepomuk, an der sich meist viele Besucher versammeln. Der Altstädter Brückenturm bildet das Tor zur Brücke, und von seiner Aussichtsplattform eröffnet sich ein besonders toller Ausblick über die Moldau auf die Burg und die beleuchtete Kleinseite. Auf der Altstadtseite befinden sich das Karlsbrückenmuseum, das anschaulich über die Historie informiert, sowie ein Café. Wer dort ein Ticket für die rund 45-minütigen Bootstouren erwirbt, kann das Museum kostenlos besuchen. Diese Touren kosten 22 Euro und beinhalten neben Snack und Getränk auch den Museumseintritt.

Die Prager Burg: Größte bewohnte Burg der Welt

Die Prager Burg im historischen Altstadtviertel Hradschin funkelt wie ein Schatz in den Abendstunden und ist mit drei Höfen, Museen, Palästen und Kirchen bis in die Gegenwart die größte bewohnte Burg der Welt. Während früher Kaiser und Könige hier regierten, residiert heute der tschechische Präsident auf der Anlage, weshalb man für einen vollständigen Besuch mehrere Tage benötigen würde. Ein Höhepunkt ist der St.-Veits-Dom, der aus einer romanischen Basilika des 11. Jahrhunderts hervorging und auf Wunsch von Kaiser Karl IV. zur größten Kathedrale Böhmens werden sollte. Nach 600 Jahren Bauzeit ragt heute ein meisterhaftes Gebäude samt gewaltigem Chor und einer mit Smaragden verzierten Kapelle empor. Ebenfalls sehenswert sind die St.-Georgs-Basilika und der Alte Königspalast mit dem eindrucksvollen Wladislaw-Saal. Auf dem Hradschin liegt auch das Goldene Gässchen, das mit seinem Kopfsteinpflaster und den bunten Häuschen die Blicke vieler Besucher auf sich zieht. Einst wohnten entlang der Burgmauer Schützen und Handwerker des Kaisers, während später die Romantiker den märchenhaften Charakter entdeckten. Der berühmteste Anwohner war Franz Kafka, der das Haus Nr. 22 im Winter 1917 als Schreibstube nutzte. Der Eintritt zum Burggelände ist täglich zwischen 6 und 22 Uhr möglich und kostet etwa 18,50 Euro.

Der Altstädter Ring: Das historische Herz Prags

Der 9.000 Quadratmeter große Altstädter Ring, den die Prager kurz „Staromák“ nennen, bildet das Herz der Stadt und war bereits um das Jahr 1100 besiedelt, damals jedoch noch deutlich tiefer gelegen. Erst im Mittelalter wurde der Platz auf das heutige Niveau aufgeschüttet, und unter den umliegenden Häusern befindet sich heute ein aufregendes Labyrinth aus Kellern, Katakomben und Verliesen, die mittlerweile als Clubs, Restaurants oder Galerien genutzt werden. In der Mitte des Platzes thront das monumentale Denkmal des böhmischen Reformators Jan Hus. Zu den schönsten Objekten zählt das Haus „U Minuty“ mit seiner schwarz-weißen Putzfassade sowie das gotische Anwesen „U kamenného zvonu“ neben der Teynkirche. Den Mittelpunkt bildet jedoch das Rathaus, dessen gotischer, 69 Meter hoher Turm seit 1338 als eines der Prager Wahrzeichen emporragt. Die Hauptattraktion bleibt die Astronomische Uhr, zu der zu jeder vollen Stunde ein 45-sekündiges Figuren-Schauspiel abläuft, das zahlreiche Menschen anlockt und die Vergänglichkeit des Lebens widerspiegelt. Auch die St. Nikolaus Kirche im opulenten Barockstil ist sehenswert.

Weitere architektonische Highlights und kulturelle Schätze

Neben den Hauptsehenswürdigkeiten bietet Prag eine beeindruckende Dichte an bestens erhaltenen Jugendstil- und Art-déco-Gebäuden. Der Wenzelsplatz ist mit 750 Metern Länge und 60 Metern Breite eher ein Boulevard als ein Platz und beherbergt das Nationalmuseum sowie das Wenzelsdenkmal am erhöhten südöstlichen Ende. Im jüdischen Viertel Josefstadt, einem der ältesten Orte jüdischer Kultur in Europa, kann man die Spanische Synagoge mit ihrem goldglänzenden, maurischen Ambiente besuchen, das der Alhambra nachempfunden ist, sowie das 1906 gegründete Jüdische Museum mit etwa 40.000 Exponaten. Das Gemeindehaus am Platz der Republik aus dem Jahr 1905 ist ein besonderes Schmuckstück, das von Alfons Mucha mit Bildern aus der altböhmischen Mythologie geschmückt wurde und heute zwei Restaurants sowie das größte Art-déco-Café Prags beherbergt. Der 65 Meter hohe Pulverturm aus dem 15. Jahrhundert, der ursprünglich zum Verteidigungssystem gehörte und später als Schießpulverlager diente, bietet vom oberen Balkon in 44 Metern Höhe einen hervorragenden Blick auf die Altstädter Gassen. Auch das Tanzende Haus von Frank Gehry ist ein architektonisches Highlight. Für Filmfans sind schließlich die Barrandov-Studios ein Geheimtipp, wo bereits bekannte Produktionen wie „Casino Royale“ und „Amadeus“ entstanden.

Dieser Text greift Themen und Fakten aus einer Quelle auf und gibt sie in eigenen Worten wieder, angepasst an Sprachniveau C2.

Lizenz des Textes und des Quiz: CC BY-NC 4.0

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Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Wer ließ die Karlsbrücke im Jahr 1357 erbauen?
  2. 2. Wie viele Touristen überqueren die Karlsbrücke jährlich?
  3. 3. Was kostet eine Bootstour inklusive Museumseintritt?
  4. 4. In welchem Jahr wurde das Denkmal von Karl IV. enthüllt?
  5. 5. Wie viele Exponate hat das Jüdische Museum?
  6. 6. Wer wohnte im Haus Nr. 22 im Goldenen Gässchen?
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