Pubbing statt Phubbing: Das Sterben der Pubs
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Ausland Kultur

Pubbing statt Phubbing: Das Sterben der Pubs

Pubs als Orte der Begegnung

Der Autor schwärmt für Pubs, diese holzvertäfelten Räume, die eine Mischung aus Hier und Jetzt und Zeitlosigkeit bieten. In Pubs versammeln sich Menschen unterschiedlicher Herkunft. Sie trinken dasselbe Bier, verfolgen dieselben Fußballspiele und werfen auf dieselbe Dartscheibe. Dabei entstehen Gespräche, die ehrlicher und ungefilterter sind als in Parlamenten. Für Alleinreisende sind Pubs besonders wertvoll, denn sie bieten Ankerpunkte, die sich ohne Vorbehalte öffnen. Man muss sich nicht in eine Gruppe integrieren, sondern ist einfach dabei. Pubs sind die Kurzform von „Public House“ und damit per Definition für alle zugänglich.

Das langsame Sterben der Pubs

Doch diese wichtigen Treffpunkte verschwinden zunehmend. Die Zahl der Pubs sinkt rapide, ebenso wie die der Wirtshäuser und Eckkneipen. Ein Grund ist der verbreitete Homeoffice-Trend, der den Pub aus dem täglichen Arbeitsweg verbannt. Hinzu kommen gestiegene Energiepreise und Lebenshaltungskosten sowie ein akuter Mangel an Arbeitskräften. In Großbritannien verschärft der Brexit die Situation zusätzlich. Viele Menschen bevorzugen das eigene Zuhause, wo alles günstiger, praktischer und bequemer erscheint. Dort gibt es ebenfalls Bier und Fernsehen, und das Essen kommt schneller auf den Tisch.

Die demokratische Bedeutung von Gesprächen

Der Autor betrachtet diese Entwicklung als besorgniserregend, besonders angesichts der aktuellen Identitätskrise Europas. Gespräche, die nicht sofort viral gehen und nicht von Talkshow-Moderatoren orchestriert werden, bilden demokratische Grundpfeiler. Pubs bieten Raum für Debatten, die losgelöst von Hierarchien und Konventionen stattfinden. Der Autor erinnert sich an einen Abend in Manchester im September 1998, als er und ein Freund die Ergebnisse der Bundestagswahl verfolgen wollten. Obwohl Fußball vorbei war, schaltete der Wirt den Fernseher ein, weil er merkte, wie wichtig es den Gästen war. An diesem Abend endete die 16-jährige Kanzlerschaft Helmut Kohls, und alle stießen auf den Neuanfang an. Solche Momente machen Pubs zu Mikrolaboren des Weltgeschehens, weshalb der Autor fordert, sie zahlreich zu besuchen und zu retten.

Dieser Text greift Themen und Fakten aus einer Quelle auf und gibt sie in eigenen Worten wieder, angepasst an Sprachniveau B2.

Lizenz des Textes und des Quiz: CC BY-NC 4.0

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Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Was geschah in Manchester 1998?
  2. 2. Was bedeutet der Begriff Phubbing?
  3. 3. Warum nennt der Autor Pubs Mikrolabore?
  4. 4. Was ist ein Pub laut Autor?
  5. 5. Warum sind Pubs für Alleinreisende wertvoll?
  6. 6. Welcher Trend bedroht Pubs besonders?
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