Zeitumstellung: Forscher warnen vor dauerhafter Sommerzeit
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Wissenschaft

Zeitumstellung: Forscher warnen vor dauerhafter Sommerzeit

Dauerhafte Sommerzeit: Beliebt, aber gesundheitlich bedenklich

In Kanada, Deutschland und der Europäischen Union wird seit Jahren kontrovers diskutiert, ob die halbjährliche Zeitumstellung zwischen Winter- und Sommerzeit abgeschafft werden soll. Umfragen zufolge bevorzugen viele Menschen eine dauerhafte Sommerzeit, da die langen Sommerabende nach Feierabend oder Schulschluss als besonders angenehm empfunden werden. Doch eine aktuelle Übersichtsarbeit im renommierten Fachmagazin "Canadian Medical Association Journal" kommt zu einem völlig anderen Ergebnis. Die Forscher um Raymond Lam von der University of British Columbia in Vancouver warnen eindringlich, dass eine permanente Standardzeit, also die sogenannte Winterzeit, aus medizinischer Sicht deutlich gesünder für die Bevölkerung wäre.

Die Bedeutung des Morgenlichts für die Gesundheit

Die Wissenschaftler analysierten für ihre Meta-Analyse zahlreiche internationale Studien und fanden heraus, dass morgendliches Licht entscheidend für die Stabilisierung der inneren Uhr ist. Diese innere Uhr reguliert nicht nur den Schlaf-Wach-Rhythmus, sondern auch die Stimmung und die allgemeine Produktivität. Patrick Baylis, Mitautor der Studie, erklärt in diesem Zusammenhang, dass spätere Sonnenzeiten unweigerlich mit weniger Schlaf, geringerer Produktivität und schlechteren schulischen Leistungen einhergehen. Abendliches Licht verschiebt die innere Uhr nach hinten, während Morgenlicht sie zuverlässig mit dem natürlichen 24-Stunden-Tag synchronisiert. Besonders Menschen mit einer Winterdepression, einer saisonal-affektiven Störung, würden unter einer dauerhaften Sommerzeit erheblich leiden. Schätzungen zufolge betreffen diese gesundheitlichen Probleme etwa ein bis drei Prozent der kanadischen Bevölkerung, weitere 15 Prozent erleben signifikante saisonale Veränderungen von Stimmung, Schlaf und Energielevel.

Internationale Erfahrungen und notwendige Konsequenzen

Die Autoren der Studie berufen sich in ihrer Argumentation auch auf negative Erfahrungen anderer Länder mit der dauerhaften Sommerzeit. Die USA führten beispielsweise 1974 während der Ölkrise bzw. Energiekrise eine dauerhafte Sommerzeit ein, kehrten jedoch bereits innerhalb eines Jahres wieder zur gewohnten Standardzeit zurück. Als Hauptgründe wurden massiver Widerstand gegen dunkle Wintermorgen und erhebliche Sicherheitsbedenken bezüglich der Kinder auf dem morgendlichen Schulweg genannt. Auch Russland, das 2011 eine dauerhafte Sommerzeit einführte, und Chile, das 2015 folgte, machten diese umstrittene Entwicklung relativ schnell wieder rückgängig. Sollten Regierungen dennoch die dauerhafte Sommerzeit beschließen, müssten sie laut Mitautorin Alexandra Choi von der regionalen Gesundheitsbehörde Vancouver Coastal Health umfangreiche Konsequenzen bereits vor dem ersten Winter einplanen. Dazu gehören sicherere Arbeits- und Schulwege am frühen Morgen, flexiblere Anfangszeiten sowie die kontinuierliche Überwachung von Schlafqualität, psychischer Gesundheit und Verletzungsrisiken in der Bevölkerung.

Dieser Text greift Themen und Fakten aus einer Quelle auf und gibt sie in eigenen Worten wieder, angepasst an Sprachniveau B2.

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